Seit der "VEB Kulturpark Plänterwald" am 04.Oktober 1969 feierlich eröffnet wurde, strömten die Menschenmassen Jahr für Jahr in den einzigen Vergnügungspark der damaligen DDR. Schnell erreichten die Besucherzahlen Rekordausmaße. Bis zu 1,7 Mio. drehten jedes Jahr ihre Runden in den Karussells, feierten bei den Konzerten unter dem Riesenrad oder schossen sich an der Schießbude Oben-Ohne-Sticker von "Samantha Fox".
Das Konzept des Freizeitparks war denkbar einfach. An einer wunderschönen Stelle, mitten in der Hauptstadt wurde eine Freifläche geschaffen und betoniert. Auf diese setzte man zahlreiche Fahrgeschäfte und Buden wie man sie auch vom normalen Rummel kennt. Es gab keinen Themenpark-Schnick-Schnack, sondern geradlinigen Spaß in einer wunderbar erholsamen Umgebung. Die Preise waren DDR typisch billig. Eintritt für Erwachsene 1,50 Mark, Kinder zahlten die Hälfte. Allerdings hatte man dafür noch kein Karussell bezahlt. Pro Fahrt beliefen sich die Kosten noch einmal auf 1 - 1,50 Mark.
Kurz bevor im November 1989 die Mauer fiel, wurde im selben Jahr noch das Riesenrad ausgetauscht. Doch mit der deutschen Wiedervereinigung sanken schließlich auch die Besucherzahlen, sodass der 1990 an den Berliner Senat übertragene VEB Kulturpark Plänterwald 1991 abgewickelt wurde. Er ging damit in die Spreepaark Berlin GmbH unter der Geschäftsführung von Norbert Witte über, die den Park noch bis ins Jahr 2001 als "Spreepark" weiter betrieb.
Die Familie Witte hatte bereits einige Erfahrungen mit dem damaligen Kulturpark gemacht. So erwarb der Vater von Pia Witte im Jahr 1979 die alte, in der DDR irreparable Achterbahn. Als Ersatz bekam der Vergnügungspark eine etwas kleinere Achterbahn vom "VEB Staatszirkus der DDR". 1986 wurde auch diese Bahn von der Familie Witte erworben. Diesmal jedoch von Norbert Witte, dem späteren Geschäftsführer des Spreeparks. Bereits im Jahr 1989 mieteten sich die Wittes schließlich dauerhaft mit einigen Fahrgeschäften und Imbissbuden in den Freizeitpark ein. Nach der Übernahme des Kulturparks durch die Spreepark Berlin GmbH im Jahr 1991 wurde das Objekt kurzzeitig noch so weitergeführt wie gehabt. Auch konnten wieder Besucherzahlen von 1,5 Mio. erreicht werden. Aber dank ihrer langjährigen Schaustellererfahrungen erkannten die Wittes recht schnell, dass das alte Konzept nicht auf Dauer erfolgreich sein konnte. So plante man den Spreepark nach dem Vorbild westlicher Vergnügungsparks umzugestalten.
Zahlreiche Fahrgeschäfte wurden aus dem 1991 stillgelegten, Pariser Freizeitpark "Mirapolis" übernommen und ein einheitlicher Eintrittspreis wurde festgelegt. Mit 29€ für Erwachsene und 27€ für Kinder erkauften sich die Besucher von nun an die freie Nutzung aller Attraktionen des Parks. Diese waren inzwischen nicht mehr nur zentral angeordnet, sondern betteten sich jetzt komplett in die weitläufige, 21 ha große Landschaft ein. Rings um das Riesenrad verschwand die Betonfläche. Dort entstand eine neue Wasserlandschaft. Aus verschiedenen Gründen hatte die Spreepark Berlin GmbH zunehmends mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. Im Jahr 2001 kamen nur noch 400.000 Personen in den Park. Fehlende Parkplätze, die gestiegenen Preise aber natürlich auch die neu gewonnene Reisefreiheit der Ostdeutschen sorgten schließlich dafür, dass der Spreepark 2001 seine Tore bis heute schloss.
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